Immer wieder beobachte ich, dass Menschen zunehmend durch Ernährungstrends verwirrt werden. Man kann es niemandem verübeln, denn die Versprechungen mit denen zu bestimmten Diäten motiviert werden soll, sind schon wirklich verlockend. Paleo, Low Carb, Low Fat, Rohkost,… sind nur einige von vielen.

Ich verlasse mich statt auf Trends und sehr allgemeine Empfehlungen lieber auf das alte Wissen aus Jahrtausende alten Gesundheitslehren wie dem Ayurveda. Erst als ich die Prinzipien dieser Philosophie verstanden und umgesetzt habe, wurde mir bewusst, wieviel Einfluss wir auf unsere Gesundheit haben.

Ayurveda heißt, das Wissen vom Leben.
Veda, das Wissen oder die Intelligenz, die Weisheit der Natur, die dem Leben innewohnt.

Zu den wichtigsten Prinzipien des Ayurveda gehört das Prinzip der Bioenergien, genannt „Doshas“ , die unseren Körper regulieren. Zu diesen drei Grundkräften gehören Vata, Pitta und Kapha. Sie bestimmen den aktuellen Zustand von Geist und Körper, dessen Funktionsweise sowie Gesundheit und Krankheit. Auch Wesenszüge, Talente, Konstitution, Fähigkeiten und das Verhalten des Menschen sind von den Doshas gekennzeichnet.

Sind die Bioenergien im Gleichgewicht, sind wir gesund, wohingegen ein Ungleichgewicht oder Störungen der Doshas die Ursache von Krankheiten bilden.

Unsere Lebensdauer, Ausstrahlung, Immunität und Gesundheit hängt von unserem Verdauungsfeuer, genannt „Agni“, ab. Erfüllt es seine Aufgabe richtig, lebt der Mensch frei von Störung und wird krank, wenn es geschwächt ist. Die Bildung von Ojas, der Lebensenergie, der Aufbau von Geweben und Nährstoffen sowie Stärke, hängen von einem gesunden Agni ab. Ein geschwächtes Verdauungsfeuer wiederum erzeugt ein Ungleichgewicht der Doshas und führt zu Ama, welches die Lebensenergie mindert.

Ama steht für Schlackenstoffe, Körpergifte und unverdaute Nahrungsbestandteile, die durch schwache Verdauung im Magen-Darm-Trakt oder im Stoffwechsel der Zellen und Gewebe entstehen. Ama kann aber auch im psychischen Bereich gebildet werden, als Folge von unverdauten, nicht verarbeiteten Gefühlen, Belastungen und ungelösten Konflikten. Auf diese Weise gebildete giftige Substanzen sind aus ayurvedischer Sicht genauso gesundheitsschädlich, wie unverdaute Nahrung.

Was ist nun also zu tun, wenn Beschwerden auftauchen? Schaue erst einmal wo du stehst und prüfe, wie es um deine eigene Lebensenergie und dein Verdauungsfeuer bestimmt ist. Was nützen als gesund angepriesene Lebensmittel, wenn man sie nicht verdauen kann und ihre Energie und Vitalstoffe nicht aufnehmen kann? Die Stoffe bleiben ungenügend verdaut liegen, bilden toxische Gase im Verdauungstrakt und machen somit kein Stück gesünder.

Ich möchte also den bekannten Satz „ Du bist, was du isst“ gerne um diesen Teil erweitern:

„ Du bist, was du verdaust.“

Nicht für jeden ist alles gleichermaßen gesund, denn in jedem von uns herrschen zu diesem Zeitpunkt unterschiedliche Energien vor. Genau das gilt es zuerst heraus zu finden.

Daher spüre nach, wie du dich nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel fühlst.

Erzeugen sie Wärme oder Kälte in dir?
Fühlst du dich nach dem Essen wohl und in deiner Mitte?
Bist du anschließend vital oder müde und träge?

Wir dürfen ganz bewusst in uns reinspüren und unsere Wahrnehmung schulen. Erst dann können wir etwas verbessern und zum Positiven verändern.